zum Inhalt springen

Dr. Sarah Albiez-Wieck

Universität zu Köln

Historisches Institut
Iberische und Lateinamerikanische Abteilung
Albertus-Magnus-Platz
50923 Köln

Philosophikum
Raum: 0.016

Telefon: +49 221 470 4150 (i. d. R. Mo und Do)

E-Mail: s.albiez-wieck(at)uni-koeln.de

Sprechstunde im Wintersemester 2016/17

nach Vereinbarung (i. d. r. montags und donnerstags), Raum 0.016 (Philosophikum, EG)

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2016/17

Eine Beschreibung zu der Lehrveranstaltung finden Sie auch in KLIPS 1
Lehrmaterialien zu der Veranstaltung finden Sie in ILIAS

Akademischer Werdegang

seit 2015Arbeit an der Habilitation
2007-2011Promotion in Ethnologie unter besonderer Berücksichtigung der Altamerikanistik an der Universität Bonn, Titel der Dissertation: „Contactos exteriores del Estado tarasco. Influencias desde dentro y fuera de Mesoamérica”. Die Dissertation wurde mit dem 3. Preis des ADLAF Preises 2012 ausgezeichnet
2007-2010Promotionsstipendium der Gerda-Henkel-Stiftung
2004-2005DAAD-Stipendium
2003 Erasmus-Stipendium
2001-2007Studium der Regionalwissenschaften Lateinamerika (Diplom) an der Universität zu Köln, der Universidade Nova de Lisboa und der Universidad Nacional Autónoma de México

Wissenschaftliche Tätigkeit

Seit 2016Mitglied im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Lateineinamerikaforschung e.V. (ADLAF)
Seit 2014Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Abteilung für Iberische und Lateinamerikanische Geschichte
Seit 2013- Assoziiertes Mitglied des Kompetenznetzes Lateinamerika
- Mitglied des UoC Forum Ethnicity as a Political Ressource
2010-2013Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Geschäftsführerin des Kompetenznetzes Lateinamerika an der Universität zu Köln
2009Lehrauftrag an der Universität zu Köln
2008-2009Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehr- und Forschungszentrum Lateinamerika der Universität zu Köln
2007- Wissenschaftliche Hilfskraft an der Abteilung für Altamerikanistik und Ethnologie der Universität Bonn
- Lehrauftrag an der Universität zu Köln
2005-2007Studentische Hilfskraft an der Iberischen und Lateinamerikanischen Abteilung des Historischen Institut der Universität zu Köln
2005Mitarbeit bei den Ausgrabungen des Proyecto Templo Mayor, Sexta Temporada in Mexiko-Stadt
2003-2004Mitarbeit im Führungsdienst der Ausstellung „Azteken“ in der Bundeskunst- und Ausstellungshalle, Bonn

Auslandsaufenthalte

2016Archivaufenthalt in Mexiko
2015Archivaufenthalt in Spanien
2014Forschungsaufenthalt in Peru
2009Forschungsaufenthalt in Mexiko
2008Forschungsaufenthalt in Mexiko
2004-20052 Auslandssemester an der Universidad Nacional Autónoma de México
2003Auslandssemester an der Universidade Nova, Lissabon

Forschungsprojekt

"Konstruktionsprozesse des ‚Ethnischen‘ in Michoacán, Mexiko und Cajamarca, Peru. Translokale Positionierungen indigener Migrant_innen unter der Kolonialherrschaft"

Das Forschungsprojekt geht in vergleichender Perspektive den Fragen nach, ab wann die soziale Kategorisierung Ethnizität in den Vorläufern der heutigen Nationalstaaten Mexiko und Peru als analytische Kategorie sinnvoll anwendbar ist und welchen Stellenwert sie im Vergleich zu anderen sozialen Kategorisierungen hatte. Im Fokus stehen dabei individuelle Strategien indigener Migrant_innen bezüglich des Wechsels von (Tribut-)Kategorien in sogenannten peticiones de cambio de fuero. Diese Eingaben zum Wechsel der Gerichtsbarkeit spiegeln die Stellung der Migrant_innen im kolonialen Gesellschaftsgefüge wider, welche als translokale Positionierungen (Anthias) analysiert werden. Indigene Migrant_innen standen bislang nicht im Blickpunkt der Forschung und es steht zu erwarten, dass sie einen beachtlichen Spielraum bei der Aushandlung sozialer Kategorisierungen innehatten. Zudem weisen die bislang vorliegenden Quellen auf ein interessantes Beziehungsgeflecht mit indigenem Adel und Afrikastämmiger Bevölkerung hin, welche durch Genderrollen weiter differenziert wurden.

Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob sich aus den verschiedenen rechtlichen Kategorisierungen der in Mexiko und Peru unterschiedlich bezeichneten Migrant_innen Gruppenzugehörigkeiten entwickelten, die als ethnisch bezeichnet werden können, oder ob diese vielmehr zu einer Auflösung umfassenderer ethnischer Kategorisierungen beitrugen. Die im Zentrum stehende Betrachtung der Entwicklungen in der Kolonialzeit wird dabei um einen kurzen Blick auf für die Fragestellung relevante (Dis-)kontinuitäten zur vorangehenden vorspanischen und sich anschließenden republikanischen Epoche vervollständigt.

Die diachrone Perspektive wird dabei um einen synchronen Vergleich zwischen den regionalen kolonialen Zentren Cajamarca in Nordperu und Michoacán in Westmexiko ergänzt. Mexiko und Peru wurden trotz ihrer zentralen Bedeutung - nicht erst im spanischen Kolonialreich - bislang kaum verglichen, und gerade die Analyse sekundärer Zentren lässt neue Erkenntnisse erwarten. Hier wird insbesondere die Frage beantwortet, ob eventuelle Unterschiede in Stellenwert, Periodisierung und Ausformung von Migration und (ethnischer) Kategorisierung auf Kontinuitäten mit der vorspanischen Zeit zurückzuführen sind, oder ob sie in einer anders gearteten regionalen Ausformung der spanischen Kolonialpolitik zu suchen sind und ob die untersuchten gesellschaftlichen Verhältnisse die Kolonialzeit zeitweise überdauerten. Die Ergebnisse sind dabei auch für heutige Debatten rund um den Themenkomplex Indigenität bedeutsam.

Methodisch steht die Analyse von peticiones de cambio de fuero und verwandter Dokumente im Zentrum. Da die Frage nach translokalen Positionierungen in historischer Perspektive bislang nicht gestellt wurde, ergibt sich als sekundäres Forschungsziel die (Weiter)entwicklung und Anpassung eines Methodeninstrumentariums, ausgehend von einer innovativen Verbindung von Elementen der Netzwerkanalyse und Begriffsgeschichte.

Um die Aussagekraft der Ergebnisse auf theoretisch-methodologischer Ebene zu erhöhen, findet ein regelmäßiger Austausch zum Thema Ethnizität in anderen Weltregionen im Rahmen des University of Cologne Forums „Ethnicity as a Political Ressource“ (UoC Forum) statt.

Schlagworte: Ethnizität, Migration, Kolonialismus, Indigene, Soziale Kategorisierungen, translokale Positionierung, Vizekönigreich Peru, Neuspanien